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Förderung für Modulbau: KfW, QNG und Länderprogramme

Pacarada Modular Building Systems, Kelkheim (Taunus) · Stand: Oktober 2026

Für Modulgebäude gibt es keine eigene Förderung, aber auch keinen Nachteil: Gefördert wird das Ergebnis, nicht die Bauweise. Ein Modulgebäude kann dieselben Programme nutzen wie ein konventionell errichtetes Gebäude, wenn es die Anforderungen erfüllt. Weil die Planung im Modulbau früh feststeht, lassen sich Energiestandard und Nachweise gut vorbereiten.

Förderprogramme ändern sich häufig. Dieser Artikel beschreibt den Stand vom Oktober 2026 und ersetzt keine Förder- oder Steuerberatung. Verbindlich sind die Merkblätter der KfW und der Förderbanken der Länder.

Neubau: Klimafreundlicher Neubau (KfW 297 und 298)

Das wichtigste Bundesprogramm für neue Wohngebäude ist der zinsverbilligte Förderkredit „Klimafreundlicher Neubau“ der KfW. Er steht privaten Bauherren ebenso offen wie Unternehmen, Wohnungsgesellschaften, Genossenschaften und anderen Investoren.

Stufe Anforderung Kredit je Wohneinheit
Klimafreundliches Wohngebäude Effizienzhaus 40, Grenzwert für Treibhausgase im Lebenszyklus, keine Heizung mit Öl, Gas oder Biomasse bis 100.000 Euro
Klimafreundliches Wohngebäude mit QNG zusätzlich das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM) bis 150.000 Euro
Effizienzhaus 55 (befristet) Effizienzhaus 55, Heizung mit erneuerbaren Energien, Baugenehmigung liegt vor bis 100.000 Euro; die Stufe endet spätestens am 31. Dezember 2026

Daneben gibt es das Programm „Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment“ (KfW 296) für besonders kosten- und flächensparende Wohngebäude.

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)

Das QNG ist ein staatliches Siegel des Bundesbauministeriums. Es wird über ein anerkanntes Bewertungssystem, zum Beispiel das der DGNB, und eine akkreditierte Zertifizierungsstelle vergeben. Bewertet werden unter anderem die Treibhausgasemissionen und der Primärenergiebedarf über den Lebenszyklus, Schadstoffe in Baustoffen, die nachhaltige Materialgewinnung und die Barrierefreiheit.

Was Modulbau zur Förderfähigkeit beiträgt

  • Lebenszyklus: Die Ökobilanz zählt Herstellung, Betrieb und Rückbau. Beim Pacarada System sind die Bauteile verschraubt und gesteckt, sie lassen sich zurückbauen und wiederverwenden.
  • Materialwahl: Stahl ist vollständig recycelbar und lässt sich im System mit Holz und Beton kombinieren.
  • Präzision: Die Fertigung im Werk erleichtert eine luftdichte Gebäudehülle mit wenigen Wärmebrücken, wie sie ein Effizienzhaus 40 braucht.
  • Dokumentation: Mit BIM sind Mengen und Materialien früh bekannt. Das hilft bei der Ökobilanz und bei den Nachweisen.

Umbau und Sanierung: Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Wird ein bestehendes Gebäude zu einem Effizienzhaus saniert, kommt die Bundesförderung für effiziente Gebäude in Frage, für Wohngebäude als KfW-Kredit 261 mit Tilgungszuschuss je nach erreichtem Standard. Das kann auch für den Umbau von Büros zu Wohnungen gelten. Der Umbau in Darmstadt zu 197 Wohneinheiten erreicht den KfW-55-Standard.

Wohnraumförderung der Länder

Für Sozialwohnungen und bezahlbaren Mietwohnungsbau vergeben die Bundesländer zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse über ihre Förderbanken, in Hessen zum Beispiel über die WIBank. Die Bedingungen, etwa Mietobergrenzen und Bindungsfristen, unterscheiden sich je Land. Für Wohnheime für Studierende und Auszubildende gibt es das Bund-Länder-Programm „Junges Wohnen“.

Schulen, Kitas und Krankenhäuser

Für öffentliche Bauten gelten eigene Programme. Schulen und Kitas werden über Programme der Länder und Kommunen finanziert, Krankenhäuser über die Investitionsförderung der Länder und seit 2026 zusätzlich über den Transformationsfonds der Krankenhausreform, der bis 2035 bis zu 50 Milliarden Euro bereitstellt.

So gehen Sie vor

  1. Förderung vor Vertragsabschluss klären. Anträge müssen in der Regel gestellt sein, bevor Liefer- und Leistungsverträge geschlossen werden.
  2. Energieeffizienz-Experten einbinden. Für die KfW-Programme bestätigt ein Experte aus der Liste des Bundes die Planung, für das QNG kommt eine Zertifizierungsstelle hinzu.
  3. Energiestandard und Nachhaltigkeitsziele früh festlegen, weil sie Hülle, Technik und Material bestimmen.
  4. Modulbau-Partner früh einbinden, damit das Bausystem auf den Standard abgestimmt wird.

Häufige Fragen

Gibt es eine eigene Förderung für Modulbau?

Nein. Gefördert wird der erreichte Standard, nicht die Bauweise. Ein Modulgebäude kann dieselben Programme nutzen wie jedes andere Gebäude, zum Beispiel den KfW-Kredit Klimafreundlicher Neubau.

Was ist das QNG?

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude ist ein staatliches Siegel. Es wird über anerkannte Bewertungssysteme wie das der DGNB und akkreditierte Zertifizierungsstellen vergeben und ist Voraussetzung für die höhere Förderstufe im KfW-Programm Klimafreundlicher Neubau.

Wann muss der Förderantrag gestellt werden?

In der Regel vor Beginn des Vorhabens, also bevor Liefer- und Leistungsverträge geschlossen werden. Planungsleistungen sind davon meist ausgenommen. Maßgeblich ist das aktuelle Merkblatt des Programms.

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