Brandschutz und Schallschutz im Stahlmodulbau
Pacarada Modular Building Systems, Kelkheim (Taunus) · Stand: Oktober 2026
Für ein Modulgebäude gelten dieselben Anforderungen an Brandschutz und Schallschutz wie für jedes andere Gebäude. Erfüllt werden sie mit geprüften Bauteilaufbauten, die im Werk unter gleichbleibenden Bedingungen hergestellt werden. Entscheidend ist die Planung der Fugen und Anschlüsse zwischen den Modulen.

Was die Bauordnung verlangt: Gebäudeklassen
Die Anforderungen an den Brandschutz richten sich nach der Gebäudeklasse. Die Musterbauordnung unterscheidet fünf Klassen, vor allem nach der Höhe. Maßgeblich ist die Höhe des Fußbodens des obersten Geschosses mit Aufenthaltsräumen über dem Gelände.
| Gebäudeklasse | Höhe | Tragende Bauteile in der Regel |
|---|---|---|
| 1 | bis 7 m, freistehend, höchstens zwei Nutzungseinheiten | keine Anforderung in den oberirdischen Geschossen |
| 2 und 3 | bis 7 m | feuerhemmend (30 Minuten) |
| 4 | bis 13 m | hochfeuerhemmend (60 Minuten) |
| 5 | über 13 m | feuerbeständig (90 Minuten) |
| Hochhaus (Sonderbau) | über 22 m | feuerbeständig, dazu die Regeln für Hochhäuser |
Verbindlich ist die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes. Für Sonderbauten wie Schulen, Krankenhäuser, Hotels, Versammlungsstätten und Hochhäuser gelten zusätzliche Vorschriften, und es wird ein Brandschutzkonzept verlangt.
Stahl im Brandfall
Stahl brennt nicht und trägt nicht zur Brandlast bei. Bei hohen Temperaturen verliert er aber an Festigkeit. Tragende Stahlbauteile werden deshalb je nach Anforderung geschützt:
- Bekleidung mit Brandschutzplatten, zum Beispiel aus Gipsfaser oder Kalziumsilikat.
- Dämmschichtbildende Beschichtung, die im Brandfall aufschäumt und den Stahl isoliert.
- Verbund mit Beton, der den Stahl ummantelt oder ausfüllt.
- Rechnerischer Nachweis für den Brandfall nach Eurocode 3 (DIN EN 1993-1-2).
Im Pacarada Modulbausystem lässt sich Stahl mit Holz und Beton kombinieren. Die Kombination Stahl und Beton wird unter anderem dann gewählt, wenn Brandschutz und Schallschutz es verlangen. Mehr dazu im Artikel Stahlmodulbau und Hybridbau.
Worauf es im Modulbau ankommt
- Fugen und Hohlräume: Zwischen Raummodulen entstehen Fugen und Hohlräume. Sie werden abgeschottet, damit sich Feuer und Rauch nicht von Modul zu Modul ausbreiten.
- Durchdringungen: Leitungen, die Wände und Decken mit Feuerwiderstand durchqueren, erhalten geprüfte Abschottungen. Im Werk lassen sie sich unter kontrollierten Bedingungen einbauen und dokumentieren.
- Rettungswege: Treppenräume und Flure werden wie in jedem Gebäude geplant. Das Pacarada System umfasst Treppen- und Aufzugsmodule.
- Nachweise: Für Wand- und Deckenaufbauten werden Verwendbarkeitsnachweise benötigt, etwa Prüfzeugnisse oder Zulassungen.
Schallschutz: was verlangt wird
Die Mindestanforderungen an den Schallschutz regelt DIN 4109. Sie gilt zwischen fremden Wohnungen und Nutzungseinheiten, nicht innerhalb der eigenen Wohnung. Für Mehrfamilienhäuser verlangt die Norm:
| Bauteil | Anforderung nach DIN 4109-1 | Schutz vor |
|---|---|---|
| Wohnungstrennwand | Schalldämm-Maß R′w mindestens 53 dB | Luftschall, etwa Sprache und Musik |
| Wohnungstrenndecke | Schalldämm-Maß R′w mindestens 54 dB | Luftschall zwischen den Geschossen |
| Wohnungstrenndecke | Norm-Trittschallpegel L′n,w höchstens 50 dB | Trittschall, etwa Schritte |
Wer mehr Ruhe will, vereinbart einen erhöhten Schallschutz, zum Beispiel nach DIN 4109-5 oder VDI 4100. Das sollte ausdrücklich im Vertrag stehen.
Warum Module beim Schallschutz Vorteile haben
Raummodule bringen eine Eigenschaft mit, die dem Schallschutz hilft: Jedes Modul hat eigene Wände, einen eigenen Boden und eine eigene Decke. Zwischen zwei Wohnungen stehen deshalb zwei Wände mit einer Fuge dazwischen, und zwischen zwei Geschossen liegen Decke und Boden getrennt übereinander. Diese zweischalige Bauweise dämmt Luftschall gut, wenn die Schalen konsequent voneinander getrennt bleiben.
Leichte Bauweisen brauchen Sorgfalt bei tiefen Tönen und beim Trittschall. Bewährt sind schwimmende Estriche oder Trockenestriche, elastische Lager zwischen den Modulen und entkoppelte Unterdecken. Welcher Aufbau gewählt wird, hängt von der Nutzung ab: Für ein Hotel, ein Studentenwohnheim oder ein Krankenhaus gelten andere Werte als für ein Bürogebäude.
Häufige Fragen
Erfüllt ein Stahlmodulgebäude den Brandschutz?
Ja. Es muss dieselben Anforderungen erfüllen wie jedes andere Gebäude seiner Gebäudeklasse. Stahl brennt nicht, verliert bei hohen Temperaturen aber an Festigkeit. Tragende Stahlbauteile werden deshalb je nach Anforderung bekleidet, beschichtet oder mit Beton kombiniert.
Wie hoch darf mit Modulen gebaut werden?
Das Baurecht setzt keine eigene Grenze für Modulgebäude. Mit der Höhe steigen die Anforderungen: Über 13 m (Gebäudeklasse 5) müssen tragende Bauteile feuerbeständig sein, über 22 m gelten die Regeln für Hochhäuser. Das Pacarada Modulbausystem ist für Gebäude von 1 bis 50+ Geschossen ausgelegt.
Sind Modulgebäude hellhörig?
Nicht, wenn sie richtig geplant sind. Raummodule haben eigene Wände, Böden und Decken. Zwischen zwei Wohnungen entsteht so eine zweischalige Trennung, die Luftschall gut dämmt. Gegen Trittschall helfen Estrich, elastische Lager und entkoppelte Decken. Die Mindestwerte regelt DIN 4109.
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