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Modulbau-Lexikon: 30 Begriffe zum modularen Bauen einfach erklärt

Pacarada Modular Building Systems, Kelkheim (Taunus) · Stand: Oktober 2026

Modulbau, serielles Bauen, Systembau, Raummodul: Wer sich mit modularem Bauen beschäftigt, trifft auf viele Begriffe. Dieses Lexikon erklärt die wichtigsten kurz und verständlich und zeigt, was sie beim Pacarada Modulbausystem bedeuten.

Alle Begriffe: Modulbau, Modulbauweise, modulares Bauen · Modulhaus · Serielles Bauen · Systembau · 1D, 2D und 3D · Raummodul (Raumzelle) · Elementbauweise (Tafelbauweise) · Würfel (Verbindungsknoten) · Vorfertigung · Modern Methods of Construction (MMC) · Fertigbau und Fertighaus · Containerbau · Stahlmodulbau · Holzmodulbau · Hybridbau · Badmodul · Steckbare Elektroinstallation · Aufstockung · Umnutzung (Büro zu Wohnen) · Nachverdichtung · Rückbau und Wiederverwendung · Interimsgebäude · Typengenehmigung · Generalunternehmer und schlüsselfertiges Bauen · Modulbau-Hersteller · BIM (Building Information Modeling) · Effizienzhaus 40 (KfW 40) · QNG und DGNB · Fachkräftemangel am Bau · Bauzeit im Modulbau

Modulbau, Modulbauweise, modulares Bauen

Im engeren Sinn heißt Modulbau: Ein Gebäude entsteht aus ganzen Raummodulen, die im Werk gefertigt und auf der Baustelle montiert werden. Oft werden auch vorgefertigte Wand- und Deckenelemente dazugezählt. Modulbauweise und modulares Bauen bezeichnen dasselbe. Das Pacarada Modulbausystem verbindet Stützen, Träger, Wand- und Deckenelemente und Raummodule an einem patentierten Stahlknoten, dem Würfel.

Modulhaus

Ein Modulhaus ist ein Wohnhaus, das aus im Werk gefertigten Raummodulen zusammengesetzt wird. Es ist ein dauerhaftes Gebäude und kein Container. Mit dem Pacarada Modulbausystem lassen sich Ein- und Zweifamilienhäuser ebenso bauen wie Mehrfamilienhäuser.

Serielles Bauen

Serielles Bauen heißt, dass gleiche Bauteile, Räume oder ganze Gebäude in Serie geplant und gefertigt werden, ähnlich wie in der Industrie. Das kann Planungs- und Bauzeit sparen. Serielles und modulares Bauen ergänzen sich: Je mehr sich wiederholt, desto größer der Vorteil der Fertigung im Werk.

Systembau

Systembau ist das Bauen mit einem festen Baukasten aus aufeinander abgestimmten Bauteilen. Das Pacarada Modulbausystem ist ein solcher Baukasten: Stützen und Träger (1D), Wand- und Deckenelemente (2D) und Raummodule (3D) passen an denselben Verbindungsknoten.

1D, 2D und 3D

1D-Bauteile sind Stützen und Träger, 2D-Bauteile sind Wand- und Deckenelemente, 3D-Bauteile sind fertige Raummodule. Im Pacarada Modulbausystem lassen sich alle drei in einem Gebäude kombinieren, zum Beispiel in Liederbach am Taunus, wo 1D, 2D und 3D in einem Gebäude kombiniert wurden.

Raummodul (Raumzelle)

Ein Raummodul ist ein im Werk gefertigter, dreidimensionaler Gebäudeteil, zum Beispiel ein Zimmer mit Bad. Es kommt weitgehend fertig auf die Baustelle und wird dort gesetzt, verbunden und angeschlossen. Die Größe ist durch den Transport auf der Straße begrenzt.

Modulbau in Darmstadt: Module auf dem Tieflader, dahinter Kran und eingerüstetes Gebäude
Umbau in Darmstadt: Module kommen per Tieflader und werden mit dem Kran gesetzt.

Elementbauweise (Tafelbauweise)

Bei der Elementbauweise werden flächige Bauteile wie Wände und Decken im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengesetzt. Im Pacarada Modulbausystem sind das die 2D-Bauteile. Sie kommen dort zum Einsatz, wo ganze Raummodule für den Transport zu groß wären.

Würfel (Verbindungsknoten)

Der Würfel ist der international patentierte Verbindungsknoten aus Stahl im Pacarada Modulbausystem. An ihm treffen Stützen, Träger, Wand- und Deckenelemente und Raummodule zusammen und werden verschraubt und gesteckt. Das darauf aufbauende System ist für Gebäude von 1 bis 50 Geschossen ausgelegt.

Der Würfel, der patentierte Verbindungsknoten des Pacarada Modulbausystems, in Stahl und in Grün
Der Würfel: der international patentierte Verbindungsknoten aus Stahl.

Vorfertigung

Vorfertigung bedeutet, dass Bauteile im Werk statt auf der Baustelle hergestellt werden. Im Werk ist die Arbeit unabhängig vom Wetter und läuft unter gleichbleibenden Bedingungen. Je höher der Anteil der Vorfertigung, desto kürzer die Arbeit auf der Baustelle.

Modern Methods of Construction (MMC)

Modern Methods of Construction, kurz MMC, ist der in Großbritannien übliche Sammelbegriff für Bauweisen mit hoher Vorfertigung, vom Wandelement bis zum Raummodul. Dazu gehört auch DfMA (Design for Manufacture and Assembly): Ein Gebäude wird von Anfang an so geplant, dass es sich im Werk fertigen und auf der Baustelle montieren lässt.

Fertigbau und Fertighaus

Fertigbau ist der Oberbegriff für Bauen mit vorgefertigten Teilen. Beim klassischen Fertighaus sind das meist Wand-, Decken- und Dachelemente. Im Modulbau kommen auch ganze Räume fertig aus dem Werk. Das Pacarada Modulbausystem ist für Gebäude von 1 bis 50 Geschossen ausgelegt.

Containerbau

Containerbau nutzt Raumcontainer in Standardmaßen, meist für eine vorübergehende Nutzung, etwa als Baubüro. Ein Modulgebäude ist dagegen ein dauerhaft geplantes Gebäude. Für ein Modulgebäude gelten dieselben Anforderungen an Standsicherheit, Brandschutz, Schallschutz und Wärmeschutz wie für jedes andere Gebäude.

Stahlmodulbau

Im Stahlmodulbau besteht das Tragwerk aus Stahl. Stahl trägt hohe Lasten bei geringem Gewicht, erlaubt große Spannweiten und lässt sich einschmelzen und immer wieder verwenden. Der Würfel, der Verbindungsknoten des Pacarada Modulbausystems, ist aus Stahl.

Holzmodulbau

Im Holzmodulbau bestehen die Module überwiegend aus Holz. Am Würfel des Pacarada Modulbausystems lassen sich Bauteile aus Holz und Stahl verbinden.

Hybridbau

Hybridbau kombiniert mehrere Baustoffe in einem Gebäude, jeden dort, wo er am besten passt. Am Würfel lassen sich Stahl, Holz, Beton und Kunststoff verbinden, zum Beispiel Stahl mit Holz oder Stahl mit Beton.

Badmodul

Ein Badmodul ist ein komplett im Werk gefertigtes Bad, das als Ganzes in das Gebäude gesetzt und angeschlossen wird. Das geht im Neubau und bei der Sanierung. In Darmstadt wurde ein leerstehendes Bürogebäude saniert, erweitert und aufgestockt. Die Bäder kamen als Badmodule. So entstanden 197 Wohneinheiten.

Badmodul in der Fertigung mit vorbereiteten Sanitäranschlüssen
Fertigung im Werk: ein Badmodul mit vorbereiteten Anschlüssen.

Steckbare Elektroinstallation

Bei einer steckbaren Elektroinstallation werden die Leitungen im Werk vorbereitet und auf der Baustelle mit Steckverbindern verbunden, wie in der Automobilindustrie. Das Pacarada Modulbausystem nutzt ein solches Stecksystem. Das verringert die Elektroarbeiten auf der Baustelle.

Aufstockung

Bei einer Aufstockung bekommt ein bestehendes Gebäude zusätzliche Geschosse. So entsteht neuer Raum ohne neues Grundstück. In Liederbach am Taunus entstanden 30 Wohnungen aus 33 Modulen über einem sanierten Supermarkt.

Aufstockung in Modulbauweise in Liederbach am Taunus: Wohnungen über einem sanierten Supermarkt
Liederbach am Taunus: 30 Wohnungen aus 33 Modulen über einem sanierten Supermarkt.

Umnutzung (Büro zu Wohnen)

Umnutzung heißt, ein bestehendes Gebäude für einen neuen Zweck umzubauen, zum Beispiel ein leerstehendes Bürogebäude zu Wohnungen. In Darmstadt entstanden so 197 Wohneinheiten, mit Badmodulen, Anbau und Aufstockung.

Umbau eines Bürogebäudes zu Wohnungen in Darmstadt in Modulbauweise, Gebäude im Gerüst
Darmstadt: Aus einem leerstehenden Bürogebäude wurden 197 Wohneinheiten.

Nachverdichtung

Nachverdichtung heißt, in bereits bebauten Gebieten mehr Raum zu schaffen: durch Aufstockung, Anbau, das Schließen von Baulücken oder den Umbau leerstehender Gebäude. Modulbau eignet sich dafür, weil die Arbeiten vor Ort kürzer sind als im konventionellen Bau.

Rückbau und Wiederverwendung

Rückbau ist der geordnete Abbau eines Gebäudes, bei dem Bauteile getrennt und möglichst wiederverwendet werden. Im Pacarada Modulbausystem werden Bauteile verschraubt und gesteckt, nicht verschweißt. Gebäude lassen sich deshalb umbauen, zurückbauen und wiederverwenden.

Interimsgebäude

Ein Interimsgebäude wird für eine begrenzte Zeit gebraucht, zum Beispiel als Ersatz während der Sanierung einer Schule. Im Pacarada Modulbausystem sind die Bauteile verschraubt und gesteckt. Ein Gebäude lässt sich deshalb nach der Nutzung zurückbauen und wiederverwenden.

Typengenehmigung

Eine Typengenehmigung ist eine Genehmigung für einen Gebäudetyp, der in gleicher Ausführung an mehreren Orten gebaut werden soll. Viele Landesbauordnungen sehen sie vor, um serielles Bauen zu erleichtern. Sie ersetzt nicht die Prüfung des einzelnen Grundstücks durch die Bauaufsicht.

Generalunternehmer und schlüsselfertiges Bauen

Ein Generalunternehmer übernimmt die gesamte Bauausführung als alleiniger Vertragspartner des Bauherrn und koordiniert alle beteiligten Handwerksbetriebe. Schlüsselfertig heißt, dass das Gebäude bezugsfertig übergeben wird. Zur Pacarada Gruppe gehört die P3 GmbH (seit 2008), der Generalunternehmer der Gruppe.

Modulbau-Hersteller

Ein Modulbau-Hersteller entwickelt und fertigt Bauteile und Module. Das Pacarada Modulbausystem wird von Pacarada Modular Building Systems in Kelkheim (Taunus) entwickelt, einem Teil der Pacarada Gruppe. Es wird in Deutschland entwickelt und gefertigt. Das System steht Baufirmen, Planungsbüros und Zulieferern offen, die mit Pacarada zusammenarbeiten möchten.

BIM (Building Information Modeling)

BIM ist eine Arbeitsmethode, bei der die Beteiligten ein Gebäude an einem gemeinsamen digitalen Modell planen, bauen und betreiben. Das Modell enthält die Bauteile mit ihren Maßen, Mengen und Eigenschaften. Für den Modulbau ist das wichtig, weil die Fertigung im Werk auf genauen, früh festgelegten Plänen beruht.

Effizienzhaus 40 (KfW 40)

Effizienzhaus 40, oft KfW 40 genannt, ist ein Förderstandard der KfW. Das Gebäude darf höchstens 40 % der Primärenergie des Referenzgebäudes nach dem Gebäudeenergiegesetz benötigen. Zusätzlich darf über die Gebäudehülle höchstens 55 % der Wärme verloren gehen. In Frankfurt-Rödelheim entstanden 123 Wohnungen in Modulbauweise als Effizienzhaus 40.

QNG und DGNB

Das QNG ist das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude des Bundes. Vergeben wird es von akkreditierten Zertifizierungsstellen, zum Beispiel der DGNB, zusammen mit einem anerkannten Bewertungssystem. Die DGNB ist die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Das Projekt in Frankfurt-Rödelheim wurde als Effizienzhaus 40 mit QNG und DGNB gebaut.

Fachkräftemangel am Bau

Auf deutschen Baustellen fehlen Fachkräfte. Modulbau verlagert den Großteil der Arbeit ins Werk. Dort sind die Abläufe eingespielt, und auf der Baustelle werden weniger Menschen über kürzere Zeit gebraucht.

Bauzeit im Modulbau

Im Modulbau können Werkfertigung und Arbeiten auf dem Grundstück gleichzeitig laufen. Das verkürzt die Bauzeit. Der Umbau in Darmstadt (197 Wohneinheiten) dauerte 18 Monate. Nach Berechnung von Pacarada war das 44 % schneller als in konventioneller Bauweise.

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